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MDR Artikel 61–82 · Anhänge XIV und XV

Eine klinische Prüfung ist nicht dasselbe wie die klinische Bewertung

Die eine beurteilt, was die gesamte Evidenz bedeutet. Die andere erzeugt Daten am Menschen, wenn die Antwort noch fehlt.

Wer beide Begriffe verwechselt, macht häufig einen von zwei gegensätzlichen Fehlern: Eine Prüfung wird beauftragt, bevor die Evidenzlücke definiert ist, oder eine Lücke wird wegformuliert, obwohl nur neue klinische Daten sie schließen können. Der bessere Weg beginnt bei den Produktaussagen und führt nur dann zu einer Prüfung, wenn die Evidenzlogik sie verlangt.

Aktualisiert am 02.09.2026 13 Minuten Aktueller MDR-Rechtsrahmen
Begriffe voneinander trennen ↓

Die Regel in einem Satz

Zuerst bewerten, dann prüfen, wenn eine wesentliche klinische Frage unbeantwortet bleibt

01Die klinische Bewertung definiert die erforderliche Evidenz, ermittelt vorhandene Daten und prüft, ob diese ausreichen.

02Eine klinische Prüfung sollte eine konkrete offene Frage beantworten und nicht die Evidenzstrategie ersetzen.

Zwei verbundene Prozesse

Dasselbe Evidenzsystem, unterschiedliche Aufgaben

Die MDR-Definitionen ziehen eine klare Grenze. Die klinische Bewertung ist kontinuierlich und umfassend. Eine klinische Prüfung ist eine definierte systematische Untersuchung mit Prüfungsteilnehmern.

Artikel 2(44)CE

Der Entscheidungsrahmen

Klinische Bewertung

Ein systematischer und geplanter Prozess zur kontinuierlichen Erzeugung, Sammlung, Analyse und Bewertung klinischer Daten, um Sicherheit, Leistung und klinischen Nutzen bei bestimmungsgemäßer Verwendung zu bestätigen.

  • Für jedes Medizinprodukt nach MDR erforderlich
  • Erfasst alle relevanten günstigen und ungünstigen Daten
  • Verbindet Evidenz mit Aussagen, GSPR und Nutzen-Risiko-Verhältnis
  • Wird im Bericht über die klinische Bewertung dokumentiert
  • Wird während des gesamten Produktlebenszyklus fortgeführt
Ergebnis

Eine begründete Schlussfolgerung, ob die klinische Evidenz ausreicht

Artikel 2(45)CI

Die Methode zur Datenerzeugung

Klinische Prüfung

Eine systematische Untersuchung mit einem oder mehreren Prüfungsteilnehmern, die der Bewertung der Sicherheit oder Leistung eines Produkts dient.

  • Erforderlich, wenn der Rechtsrahmen oder die Evidenzlücke sie verlangt
  • Beantwortet vorab festgelegte Fragen zu Sicherheit, Leistung oder klinischem Nutzen
  • Erfordert Sponsor, CIP, ethische Prüfung und das passende Genehmigungsverfahren
  • Erzeugt Daten, die weiterhin kritisch bewertet werden müssen
  • Kann vor oder nach der CE-Kennzeichnung stattfinden
Ergebnis

Ein klinischer Prüfbericht und Daten für die umfassendere klinische Bewertung

Begriffliche Abgrenzung

Die deutsche MDR verwendet für Medizinprodukte den Begriff „klinische Prüfung“. „Klinische Studie“ ist ein allgemeinerer Ausdruck und sollte bei der Festlegung des rechtlichen Verfahrens nicht unkritisch gleichgesetzt werden.

Die Entscheidung über eine Prüfung

Mit der Produktsituation beginnen und anschließend die Evidenz prüfen

Wählen Sie eine Situation, um die maßgebliche Logik zu sehen. Ein Produkt kann nach Änderungen an Zweckbestimmung, Auslegung, Aussagen oder Evidenzbasis in eine andere Situation wechseln.

61.4

Die Prüfung ist die Ausgangserwartung

Die Ausnahmeregelungen des Artikels 61 präzise prüfen

Für implantierbare Produkte und Produkte der Klasse III verlangt Artikel 61 Absatz 4 grundsätzlich klinische Prüfungen. Die Ausnahmen in Artikel 61 Absatz 4, 5 und 6 haben jeweils eigene Voraussetzungen. MDCG 2023-7 erläutert, dass diese Fälle unabhängig voneinander sind, sofern die MDR sie nicht ausdrücklich miteinander verknüpft.

  • Voraussetzungen verschiedener Ausnahmefälle nicht vermischen
  • Eine herangezogene Äquivalenz nach Anhang XIV nachweisen
  • Ausreichenden Datenzugang belegen, wenn der gewählte Fall dies verlangt
  • Begründung im CER und in der PMCF-Strategie dokumentieren

Die Evidenzkette

Nicht mit dem Prüfplan beginnen

Auch eine gut geplante Prüfung kann strategisch wertlos sein, wenn ihre Endpunkte Zweckbestimmung, Aussagen oder offene GSPR nicht unterstützen.

  1. 01Umfang

    Zweckbestimmung festschreiben

    Patienten, Anwender, Indikationen, Kontraindikationen, Anwendungsumgebung, Funktionsprinzip, Varianten und Anwendungsdauer definieren.

  2. 02Aussagen

    Aussagen in Fragen übersetzen

    Klinische Leistung, Nutzen und Sicherheit als Ergebnisse formulieren, die durch Evidenz belegt werden müssen.

  3. 03Vorhandene Evidenz

    Alle relevanten Quellen erfassen

    Eigene Produktdaten, Literatur, Daten äquivalenter Produkte, PMS, PMCF und relevante Alternativen einbeziehen.

  4. 04Bewertung

    Relevanz und Qualität prüfen

    Population, Produktversion, Design, Verzerrung, Endpunkte, Nachbeobachtung, Statistik und Datenzugang untersuchen.

  5. 05Lücke

    Offene Unsicherheit benennen

    Die Lücke als beantwortbare Frage formulieren und erklären, warum vorhandene Evidenz sie nicht schließen kann.

  6. 06Datenerzeugung

    Die passende Methode wählen

    Eine klinische Prüfung nur einsetzen, wenn die offene Frage Daten aus der Anwendung am Menschen erfordert.

  7. 07Einbindung

    Ergebnisse in den CER zurückführen

    Prüfung bewerten und Nutzen-Risiko-Verhältnis, GSPR-Zuordnung, Kennzeichnung, Risikokontrollen und Restlücken aktualisieren.

Was als klinische Daten gilt

Die MDR erkennt mehrere Wege in die Evidenzbasis an

Artikel 2 Nummer 48 bezeichnet klinische Daten, die aus der Verwendung eines Produkts stammen. Jede Quelle kann wertvoll sein, wird aber nicht allein durch die Bezeichnung „klinisch“ ausreichend.

Wichtige Abgrenzung

Prüfstandsprüfungen, Softwareverifizierung, Biokompatibilitätsprüfungen und Tierdaten sind wichtige Evidenz, aber keine klinischen Daten. Sie beantworten andere Fragen innerhalb des gesamten Konformitätsnachweises.

01
Direkt

Prüfungen des bewerteten Produkts

Die Quelle mit der größten Nähe zu Auslegung, Zweckbestimmung und Population, sofern die Prüfung methodisch fundiert und relevant ist.

Eigenes Produkt
02
Übertragen

Prüfungen oder Studien eines äquivalenten Produkts

Nur dann für den Konformitätsnachweis nutzbar, wenn technische, biologische und klinische Äquivalenz belegt und die Daten ausreichend zugänglich sind.

Äquivalentes Produkt
03
Veröffentlicht

Begutachtete Berichte über klinische Erfahrungen

Literatur kann das Produkt oder ein äquivalentes Produkt stützen. Daten ähnlicher Produkte helfen außerdem, Stand der Technik und bekannte Risiken zu bestimmen.

Literatur
04
Lebenszyklus

Klinisch relevante PMS- und PMCF-Informationen

Reklamationen, Register, PMCF-Studien, Vigilanz und Daten aus der tatsächlichen Anwendung können Schlussfolgerungen bestätigen oder eine Änderung der Evidenzstrategie auslösen.

Nach dem Inverkehrbringen

Lücken einordnen

Nicht jede Evidenzlücke gehört in eine klinische Prüfung

Am schnellsten entstehen unnötige Kosten, wenn Prüfungsteilnehmer eine Frage beantworten sollen, die durch technische, Labor- oder Gebrauchstauglichkeitsarbeiten zu klären ist.

Technisch01

Erbringt das Produkt seine konstruktiv vorgesehene Leistung?

Genauigkeit, Festigkeit, Zuverlässigkeit, Interoperabilität, Cybersicherheit, Softwareverifizierung, Transport oder Haltbarkeit erfordern in der Regel technische Evidenz.

Wahrscheinliche Methode

Prüfstands- und analytische Prüfungen sowie Softwareverifizierung und -validierung

Biologisch02

Ist die biologische Wechselwirkung vertretbar?

Materialcharakterisierung, Toxikologie, Biokompatibilität und präklinische Fragen gehören in die Strategie zur biologischen Bewertung.

Wahrscheinliche Methode

Biologische Bewertung und begründete präklinische Prüfungen

Anwendungsbezogen03

Können die vorgesehenen Anwender das Produkt sicher bedienen?

Verständlichkeit der Benutzeroberfläche, kritische Aufgaben, Schulung und vorhersehbare Anwendungsfehler erfordern häufig Gebrauchstauglichkeits-Engineering statt einer klinischen Prüfung.

Wahrscheinliche Methode

Formative und summative Gebrauchstauglichkeitsbewertung

Klinisch04

Erreicht das Produkt das vorgesehene klinische Ergebnis sicher?

Offene Fragen zu klinischer Leistung, klinischem Nutzen, unerwünschten Nebenwirkungen oder Nutzen-Risiko-Verhältnis können neue Daten aus der Anwendung am Menschen erfordern.

Wahrscheinliche Methode

Klinische Prüfung oder eine andere begründete klinische Datenquelle

Das regulatorische Verfahren wählen

„Klinische Prüfung“ bezeichnet nicht nur ein Verwaltungsverfahren

Produktstatus, Prüfungszweck, Zweckbestimmung und zusätzliche Verfahren bestimmen den einschlägigen MDR-Artikel. Nationale Anforderungen bleiben ebenfalls relevant.

62

Konformitätsbewertung

Evidenzerzeugung vor dem Inverkehrbringen oder vor einer Erweiterung

Artikel 62 gilt, wenn eine Prüfung im Rahmen der klinischen Bewertung für die Konformitätsbewertung durchgeführt wird, um vorgesehene Leistung, klinischen Nutzen oder klinische Sicherheit festzustellen oder zu bestätigen.

  • Genehmigung und ethische Prüfung sind erforderlich
  • Anhang XV regelt Planung und Durchführung
  • Das Produkt kann noch keine CE-Kennzeichnung haben oder außerhalb seines zertifizierten Umfangs verwendet werden
74

Klinische Nachbeobachtung nach dem Inverkehrbringen

Weitere Bewertung innerhalb der CE-gekennzeichneten Zweckbestimmung

Artikel 74 betrifft PMCF-Prüfungen CE-gekennzeichneter Produkte innerhalb ihrer Zweckbestimmung. Artikel 74 Absatz 1 sieht ein besonderes Meldeverfahren vor, wenn Prüfungsteilnehmer zusätzlichen invasiven oder belastenden Verfahren unterzogen werden.

  • Die Prüfung muss mit der zertifizierten Zweckbestimmung übereinstimmen
  • Zusätzliche Verfahren beeinflussen den regulatorischen Weg
  • Nationale Meldepflichten müssen geprüft werden
82

Sonstige klinische Prüfungen

Prüfungen außerhalb der Zwecke des Artikels 62

Artikel 82 legt Mindestanforderungen der MDR für sonstige Prüfungen mit Produkten fest. Mitgliedstaaten dürfen zusätzliche Anforderungen vorsehen, daher muss das nationale Verfahren vor der Einreichung geklärt werden.

  • Wissenschaftliche und ethische Schutzvorgaben gelten weiterhin
  • Der Prüfungszweck muss korrekt eingeordnet werden
  • Nationale Vorschriften können sich zwischen Mitgliedstaaten unterscheiden
Nicht allein nach dem Zeitpunkt einordnen

Eine Prüfung nach der CE-Kennzeichnung ist nicht automatisch eine PMCF-Prüfung nach Artikel 74. Zweck, Produktverwendung, Grenze der Zweckbestimmung und Prüfungsverfahren müssen weiterhin bewertet werden.

Von der Aussage rückwärts planen

Eine konforme Prüfung kann dennoch unbrauchbare Evidenz erzeugen

Eine Genehmigung beweist nicht, dass das Design die CER-Frage beantwortet. Der CIP sollte die Verbindung zwischen Zweckbestimmung, klinischen Aussagen, Risiken, Zielen, Endpunkten und Analyse sichtbar machen, bevor der erste Prüfungsteilnehmer aufgenommen wird.

Praktischer Test

Wenn der primäre Endpunkt erreicht wird, welche genaue klinische Aussage oder GSPR-Schlussfolgerung lässt sich dann belegen? Fehlt eine klare Antwort, ist das Design noch nicht fertig.

  1. 01

    Repräsentative Population

    Vorgesehene Patienten, relevante Untergruppen, Anwender und Anwendungsumgebung abbilden.

  2. 02

    Aussagekräftige Endpunkte

    Ergebnisse messen, die mit Leistung, Nutzen, Sicherheit und Stand der Technik verbunden sind.

  3. 03

    Vertretbarer Vergleich

    Die aktuelle klinische Alternative verwenden oder begründen, warum ein anderes Design die Frage beantwortet.

  4. 04

    Ausreichende Nachbeobachtung

    Zeitpunkt des Nutzens, vorhersehbare Nebenwirkungen und relevante Produktfehler erfassen.

  5. 05

    Logik der Fallzahl

    Annahmen auf klinisch bedeutsame Effekte und realistische Ereignisraten stützen.

  6. 06

    Kontrolle von Verzerrungen

    Randomisierung, Verblindung, unabhängige Bewertung oder andere geeignete Kontrollen planen.

  7. 07

    Strategie für fehlende Daten

    Umgang mit Abbrüchen, Protokollabweichungen und unvollständiger Nachbeobachtung vorab festlegen.

  8. 08

    Sichtbarkeit der Sicherheit

    Ereignisse, Meldungen, Überwachung, Abbruchkriterien und Analysepopulation definieren.

Nach Datenbankschluss

Ein Prüfungsergebnis gelangt nicht durch Kopieren in den CER

Der klinische Prüfbericht ist eine Quelle. Die klinische Bewertung muss weiterhin bestimmen, welches Gewicht diese Quelle verdient und was sie verändert.

01Durchführung prüfen

Tatsächliche Durchführung mit dem genehmigten CIP vergleichen und Abweichungen berücksichtigen.

→
02Validität bewerten

Verzerrung, Präzision, Vollständigkeit, Relevanz und statistische Unsicherheit beurteilen.

→
03Klinisch interpretieren

Statistische Ergebnisse von klinisch bedeutsamem Nutzen und Risiko unterscheiden.

→
04System aktualisieren

CER, Risikokontrollen, GSPR, Kennzeichnung, PMS und PMCF überarbeiten.

Positives Ergebnis

Nur das belegen, was tatsächlich gezeigt wurde

Ein erfolgreicher primärer Endpunkt stützt nicht automatisch jede Population, Indikation, Anwendungsdauer, Produktvariante oder Werbeaussage.

Negatives Ergebnis

Ungünstige Evidenz nicht verschwinden lassen

Ursache, betroffene Aussagen, Auswirkungen auf Nutzen und Risiko, Korrekturmaßnahmen und die Vertretbarkeit der Zweckbestimmung analysieren.

Nicht eindeutiges Ergebnis

Unsicherheit ist selbst eine regulatorische Feststellung

Entscheiden, ob die Einschränkung durch Analyse, weitere Prüfung, engere Aussagen, zusätzliche Kontrollen oder Aufgabe der Aussage zu beheben ist.

Drei Evidenzgeschichten

Der Produktname entscheidet nicht über die Notwendigkeit einer Prüfung

Die Antwort ändert sich mit Zweckbestimmung, Neuartigkeit, Risiko, Aussagen, verfügbaren Daten und Restunsicherheit.

Szenario 01Prüfung möglicherweise nicht erforderlich

Etabliertes wiederverwendbares chirurgisches Instrument

Angenommen, das Instrument hat eine enge Zweckbestimmung, nutzt ausgereifte Technologie, weist gut bekannte Risiken auf und enthält keine neuartige klinische Aussage.

Evidenzlogik

Literatur, Stand der Technik, Verifizierung, validierte Wiederaufbereitung, Gebrauchstauglichkeit, Risikomanagement und Markterfahrung können ein ausreichendes Paket bilden.

Entscheidungspunkt

Eine klinische Prüfung wird nicht nur hinzugefügt, damit die Akte stärker wirkt. Der Hersteller begründet, warum die vorhandene Evidenz ausreicht.

Szenario 02Eigene klinische Daten möglicherweise erforderlich

Software mit einer neuen klinischen Empfehlung

Angenommen, ein Algorithmus zeigt nicht mehr nur Informationen an, sondern empfiehlt für eine neue Population eine patientenspezifische klinische Maßnahme.

Evidenzlogik

Softwareverifizierung kann die Umsetzung bestätigen, belegt aber möglicherweise weder klinische Leistung und Übertragbarkeit noch Nutzen oder neue Anwendungsrisiken.

Entscheidungspunkt

Bildet vorhandene klinische Evidenz die neue Zweckbestimmung nicht ab, kann eine prospektive Prüfung oder eine andere begründete Humandatenstrategie notwendig sein.

Szenario 03Prüfung zu erwarten

Neuartiges Implantat der Klasse III

Angenommen, das Implantat weist eine neue Auslegung und Materialkombination, Aussagen zur Langzeitleistung und nur begrenzte Erfahrungen am Menschen auf.

Evidenzlogik

Artikel 61 Absatz 4 beginnt mit der Pflicht zur klinischen Prüfung. Neuartigkeit und Langzeitunsicherheit erschweren zusätzlich die Übertragung vorhandener Evidenz.

Entscheidungspunkt

Das Entwicklungsprogramm sollte produktspezifische Evidenz erzeugen und die klinische Nachbeobachtung nach dem Inverkehrbringen für verbleibende Langzeitfragen planen.

Wo Evidenzprogramme scheitern

Sieben teure Abkürzungen

Die meisten Fehler entstehen vor Prüfungsbeginn oder nach Prüfungsende, also dort, wo Strategie und Evidenz verbunden werden müssen.

  1. 01

    Den CIP verfassen, bevor die genaue CER-Lücke, die vorgesehenen Aussagen und die zu unterstützende Entscheidung definiert sind.

  2. 02

    Annehmen, jede Information aus der Anwendung am Menschen sei relevante, zuverlässige und ausreichende klinische Evidenz.

  3. 03

    „Ähnlich“ und „äquivalent“ gleichsetzen, ohne die Äquivalenzanalyse nach Anhang XIV abzuschließen.

  4. 04

    Technische, biologische oder anwendungsbezogene Fragen durch eine kostspielige klinische Prüfung lösen wollen.

  5. 05

    Bequeme Endpunkte wählen, die die vorgesehene klinische Leistung oder den klinischen Nutzen nicht belegen können.

  6. 06

    PMCF als späteren Reparaturplan für Evidenz behandeln, die vor der Konformitätsbewertung hätte vorliegen müssen.

  7. 07

    Den Prüfbericht im CER zusammenfassen, ohne Nutzen-Risiko-Verhältnis, GSPR, Risikomanagement, Kennzeichnung und Restlücken zu aktualisieren.

Praktische Fragen

Fragen zu klinischer Prüfung und Bewertung

Öffnen Sie jede Frage, um die Abgrenzung zu sehen, die die regulatorische Antwort meist verändert.

Benötigt jedes Medizinprodukt eine klinische Prüfung?+

Nein. Jedes Produkt benötigt eine klinische Bewertung, doch nicht für jedes Produkt ist eine neue Prüfung erforderlich. Für implantierbare Produkte und Klasse III beginnt Artikel 61 Absatz 4 mit einer Prüfungspflicht, die definierte Ausnahmen hat. Bei anderen Produkten folgt der Bedarf aus den Zielen der klinischen Bewertung und der ausreichenden klinischen Evidenz.

Kann Literatur eine klinische Prüfung ersetzen?+

Mitunter kann vorhandene Literatur ausreichend beitragen, wenn sie relevant, methodisch belastbar und ordnungsgemäß mit dem Produkt verknüpft ist. Die Verwendung von Daten eines anderen Produkts zum Konformitätsnachweis erfordert eine vertretbare Äquivalenzdarstellung. Literatur zu ähnlichen Produkten kann den Stand der Technik beschreiben, ohne die Konformität des bewerteten Produkts zu belegen.

Ist jede PMCF-Studie eine klinische Prüfung?+

Nein. PMCF umfasst verschiedene Methoden, von Literatur- und Registeranalysen bis zu Befragungen und formalen Prüfungen. Erfüllt eine PMCF-Aktivität die MDR-Definition einer klinischen Prüfung, sind die einschlägigen Prüfungsanforderungen anzuwenden.

Können Prüfstandsdaten die klinische Bewertung unterstützen?+

Ja. Nichtklinische Evidenz ist Teil des gesamten Konformitätsnachweises und kann klinische Schlussfolgerungen unterstützen, wenn sie die jeweilige technische oder biologische Frage beantwortet. Sie darf nicht als klinische Daten bezeichnet werden und ersetzt keine Humandaten, wenn die offene Frage ihrem Wesen nach klinisch ist.

Garantiert eine erfolgreiche Prüfung eine positive CER-Schlussfolgerung?+

Nein. Die Prüfung muss auf Relevanz, Qualität, Verzerrung, Präzision und Konsistenz mit der gesamten Evidenzbasis bewertet werden. Ein positives Ergebnis kann eine enge Aussage stützen, während Fragen zu Sicherheit, Population, Anwendungsdauer oder Lebenszyklus offen bleiben.

Kann eine Prüfung mehrere Produktvarianten abdecken?+

Möglicherweise, wenn die Varianten ausreichend vertreten sind oder eine wissenschaftlich begründete Übertragung zeigt, dass Unterschiede Sicherheit, klinische Leistung oder Nutzen nicht beeinflussen. Der CER sollte die Anwendungsgrenze ausdrücklich benennen, statt eine Produktfamilie automatisch als einheitlich zu behandeln.

Primäre regulatorische Quellen

Die Entscheidung auf die MDR stützen und die Begründung mit Leitlinien prüfen

MDCG-Dokumente unterstützen eine einheitliche Anwendung der MDR, sind jedoch nicht rechtsverbindlich. Produktspezifische Tatsachen und nationale Anforderungen bestimmen weiterhin das endgültige Verfahren.

Von der Evidenzlücke zu nutzbaren Daten

Müssen Sie entscheiden, ob Ihr Produkt eine klinische Prüfung benötigt?

MDRC kann die klinische Evidenzstrategie prüfen, offene Fragen definieren, das zutreffende Verfahren bestimmen und CIP, Endpunkte und Analyse auf die vorgesehenen CER-Schlussfolgerungen abstimmen.

Evidenzstrategie besprechen ↗
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